Genese

Das Wort „Genese“ weist auf den Ursprung, die Entstehungsgeschichte von Namen, Familiengeschichten, Ländern hin. Der Mensch ist Urheber bei der Zeugung eines Kindes, ganz im ureigensten Sinne. Die Eltern des Kindes stehen wiederum in der Reihe der Großeltern, als Stammfolge. Der Stammbaum stellt so einen Ausschnitt der Schöpfungsgeschichte einer Familie dar.
Hier ermöglicht ein Suchen und Anschauen der Herkunft einer Familie Klarheit über Ausbildung und Geschichte im Umfeld des jeweiligen Territoriums.
Genese als Geburt, Entwicklung, Ausbildung des Menschen.
Die Entwicklung der Namen stellen außerdem einen essentiellen Teil der Analyse dar.
Familiennamen erzählen uns etwas über die Herkunft unserer Vorfahren. Wo sie lebten, welche Berufe sie ausübten, wer ihre Partner waren, wieviele Kinder sie hatten, welchen Besitz sie wie erwarben. Ihre Familiengeschichte findet im großen Zusammenhang der jeweiligen politischen oder herrschaftlichen Verhältnisse statt. Diese Erkenntnisse führen zu einem tieferen Verständnis der Lebensumstände unserer Ahnen. Sie können erklären, wieso es Ortswechsel gab, wieso ein Vorfahr starb oder er/sie durch Heirat einen anderen Stand erhielt.

Familienforschung, Genealogie – das Wissen von den Generationen, der Familiengeschichte – ist eine weitere Möglichkeit sein eigenes Leben in einem größeren Zusammenhang zu verstehen und die Geschichte unseres Landes und der Nachbarn nachvollziehen zu können.
Hier soll nun ein Einblick in die Familienhistorie der uns angeschlossenen Namen gegeben werden.
Autor: BBF und folgende Texte

Bodenburg, Steinberg

Der Name Bodenburg leitet sich vom Namen jener Burg ab, welche von Bodo von Steinberg, einem alten Adelsgeschlecht bei Hildesheim ansässig, um 1000 n.u.Z. erbaut wurde. Die Nachfahren dieser Ritter waren Bauern und Kirchenleute. Um 1510 wird ein Andreas Hermann Bodenburg in Zeller Feld im Harz geboren. Er wird 1537 erster evangelischer Pfarrer in Osterode sein und bis 1557 in Osterode und Herzberg tätig sein. Dessen Nachfahren waren weitere 2 Generationen evangelische Pfarrer in Osterode und ab 1622 in Kroppenstedt auf Sankt Martin. Die Kinder des Kroppenstedter Pfarrer wurden Schaffmeister im Closter zu Wolmirstedt und deren Nachfahren wiederum gingen nach Prester bei Magdeburg. Ein anderer Andreas Bodenburg diente zuerst um 1625 als katholischer Vikar in Sankt Cruzis in Hildesheim dann ab 1643 als Pastor in Algermissen. Um 1640 wird ein Martin Bodenburg Schafmeister des Klosters Wiperti zu Quedlinburg. Dessen Söhne werden nach Magdeburg gehen und fürhin als Arbeiter ihren Lebensunterhalt verdienen. Um 1900 wird Marie-Sophie Bodenburg einen Klare heiraten.

Autor: Bhavana Bärbel Franke
Die Geschichte der Steinberg/Bodenburg erscheint als Buch im Sommer 2026 im Handel.

Dieckhoff, Dickhoff, Dyckhoff

Der Name Dieckhoff leitet sich ab von einer Ortsbezeichnung: Hof am Deich.
Der Familienname Dieckhoff stammt nach den ältesten uns bekannten Aufzeichnungen aus der Gegend um Münster, in denen des Klosters Betlage um 1214, dann
Um 1419 wird in einer Urkunde das Erbe der „Van Mencghede“ an die Söhne sowie an die Schwägerin gegeben, während der „Dyckhoff“ an die anderen Söhne Ewerd und Wilhelm fällt. Dies zeigt, dass der „Dyckhoff“ vor 1419 bestand. Hiervon stammten die Dyckhoff in Billinghauser Heide (Westfalen) um 1645.
Vermutlich zweigten sich jene Dieckhoff´s aus Herbern von den Mengeder Dieckhoff`s ab. Jene verkauften um 1700 der kleinen jüdischen Gemeinde vor Ort einen Friedhofsplatz für den Preis einer halben Ziege. Dieser Friedhof besteht bis zum heutigen Tage, denn es gibt einen jüdisch gläubigen Zweig der Dieckhoff´s, welche um 1700 in Lichtenau bei Paderborn lebte, sich nach Schwerte, Soest und Hamm verzweigte und im Dritten Reich unsagbar durch Deportation nach Riga, Zamorsc, Auschwitz, Theresienstadt und Treblinka vernichtet wurde. Es gab, G-tt sei Dank, überlebende Nachfahren, welche heute in Frankreich leben.
Eine weitere Linie eröffnete ein Harm (Hermann) Dieckhoff in Bremen um 1470. Eine Wandschneiderfamilie und Händler zu Bremen wird aus ihm hervorgehen.
Der Zweig der Dieckhoff`s in Holland, Stargard (Pommern), Stettin, Kirchwalsede und Glandorf (Niedersachsen) ging nachweislich aus dem Bremer Wandschneidergeschlecht hervor. Dr. Ludwig Beutin belegt dies ausführlich in seinen drei Büchern über die Dieckhoff´s.
Aus Friedeberg (Pommern) gingen jeweils die Zweige der Dieckhoffs in Bodenwerder, Göttingen und Sankt Petersburg mit Moskau hervor. Ein weiterer Dieckhoff-Zweig existiert seit dem 16. Jahrhundert in und um Osterode. Möglich, dass sich die Bodenwerder Familie hiervon ableiten lässt. Die Suche geht weiter…

Fischer

Der Name Fischer entstand sicherlich aufgrund der Tätigkeit als Fischer. Dieser bestimmte Stamm, um den es hier im Speziellen geht, entsteht um 1600 mit Paul Fischer und seiner Cunigunde, welcher in Arfeld bei Wittgenstein lebte. Dessen Nachkommen waren Ackerleute, Hofbesitzer, Zimmermeister und blieben recht standorttreu um Arfeld bei Wittgenstein herum sesshaft. Mit der Industrialisierung wanderten einige Familienmitglieder ab nach Hagen, um dort im Bergbau als Grubenarbeiter und Bruchmeister zu arbeiten.

Großkopf, Grosskopf, Grotkopp, Grotkop, Grotekop

Um 1300 findet sich erstmals ein Thile Grotekop in den Büchern zu Goslar. Andreas Grotkop lebt um 1550 als dienstpflichtiger Ackermann und als Einwohner um 1613 in Schwiegershausen. Die Familie Grotkop wird viele Jahrhunderte in Schwiegershausen leben. Um 1680 ändert sich die Schreibweise des Namens in Großkopf. Um 1700 werden die Großkopfs Leineweber. Erst 1825 wird ein Johann Georg Friedrich Großkopf, auch ein Leineweber von Beruf, Schwiegershausen verlassen und nach Wollershausen heiraten. Auch dort werden die Nachfahren diesem Beruf weiter ausüben. Erst Johann Heinrich Wilhelm Großkopf wird Maurer und sein Sohn dann Schäfer. Diese genannte Familie Großkopf ist eine bodenständige und sesshafte Familie. In den Zeiten des Umbruchs und der Industrialisierung hat sie in der Beständigkeit ihre Kraft gefunden.

Hahn, Haan, Hann, Han

Die „Hahnen von Bopfingen“ sind ein Nebenzweig der Herren von Bopfingen. Ein Heinrich Hahn, Sohn des Henricus Hahn „Gallus“, siegelte um 1330 an dem vorher genannten Ort. Um 1549 heiratet ein Hans Haan eine Margaretha Danbacher in Bopfingen. Daraus geht ein Ulrich Haan hervor, Lebkuchler von Beruf, dessen jüngerer Sohn nach Straßburg gehen wird, um dort als Kranmeister und Küfer zu wirken. Dessen jüngster Sohn wird Metzger werden und die weiteren 4 Generationen werden es ihm gleich tun. Erst um 1832 werden die Haan evangelische Pfarrer werden und in Obermodern, Zutzendorf, Strasbourg und Thann wirken, bis ein Emile Eduard Haan nach dem Kriege sein Amt niederlegt. Er wird der Vater von Emil Kiehl sein.

Kiehl, Kiel, Kühl

Die ursprüngliche Schreibweise „Kiel“ könnte einerseits aus der Hafenstadt Kiel stammen. Die Schreibweise „Kyle – to dem Kyle – y als langes i gesprochen könnte aus dem altnordischen kill für schmale Bucht hergeleitet werden. (Quelle Wikipedia). Anderseits könnte der Name auch schlicht von dem Kiel eines Bootes abgeleitet werden. Die ältesten Vorfahren der Kiel aus unserem Stammbaum waren in Glarus am Walensee in der Eidgenossenschaft zu finden. Jost Kiel verkaufte um 1400 sein Kielgut vor dem Züricher Rat. Dessen Sohn Conrad wurde Bürger, Schultheiß und Schiedsrichter von Sursee. Dessen Sohn Hans wiederum wurde Gerichtsschreiber und Großrat von Luzern. Die Bilder der Familie mit den dazu gehörigen Wappen sind noch heute auf den Holzstegen in Luzern zu sehen. Sohn Ludwig Carinus Kiel wurde ein bedeutender Kirchenkritiker. Er war um 1529 Erzieher der Kinder von Ulrich Fugger in Augsburg, des weiteren traf er 1524 auf Philipp Melanchton, Erasmus Schenk von Limburg und lehnte schließlich die Berufung an eine katholische Schule ab. Zuletzt arbeitete er als Arzt in Basel. Auf einem Gemälde sieht man oben rechts am Bildrand sein Wappen: ein Boot mit einem Kiel.
Einer seiner Brüder, Johannes Kiel verlies Luzern. Wahrscheinlich ist, dass er, wie so viele Schweizer, als Söldner gegen die Habsburger in den Krieg ins Elsass zog. Denn um 1550 erscheint ein Conrad Kiel als Soldat und Fürsprecher vor Gericht in Bouxwiller, Elsass. In den auf jenen Conrad folgenden Generationen, verbanden sich immer wieder Frauen mit den Kiels, welche aus der Schweiz stammten. Um 1650 änderte sich die Schreibweise des Namens in Kiehl. Die Marke „Kiehl´s“ geht auf diese Familie zurück. Denn im 19. Jahrhundert wanderte ein Hans Kiehl nach New York, Amerika, aus und gründete dort eine Apotheke.

Klare, Klahre, Clare

Den frühesten Hinweis auf den Namen Clare findet man um 1030 bei Richard de Bienfaite „Richard Fitz Gilbert“, Herr von Bienfaite und Orbec, Lord von Clare und Tonbridge, dem Begründer der Clare Familie. Um 1310 erscheint ein Johann Clare als Domprobst zu Thorn, Bischof zu Königsberg und Samland, Mitglied des Deutschordens. 1325 wird sein Neffe Johann Clare Karawansenmeister zu Thorn. Im Urkundenbuch der Stadt Hildesheim wird dann 1392 ein Hans Clare genannt. Henning Clare wird 1598 eine Anna Catharina Luther, die Urenkelin Martin Luthers, in Hildesheim heiraten. Aus dieser Verbindung geht die Familie Clare, welche sich um 1680 in Wulferstedt niederlassen wird, hervor. Ab ca. 1795 sind die Klare, wie sie dann geschrieben werden, als Leineweber, Knüter und Schneidermeister tätig. Mit der einsetzenden Industrialisierung geht ein Andreas Jakob Klare als Feilenschleifer nach Magdeburg.

Latuske, Latuski

Der Name Latuske wurde bisher noch nicht entschlüsselt. Den ältesten Eintrag war in Radiunz, Kreis Militsch, Schlesien im heutigen Polen zu finden. Als Hausmänner, d.h. Kleinbauern oder Kolonisten – Siedler – Freigärtner lebten sie von ihrem selbst angebauten Ertrag und verdienten zusätzlich etwas durch Handwerksarbeiten. Sie wirkten mit beider Erschließung des Landes um Fürstenau – Książęca Wieś. Hier findet man in den umliegenden Dörfern die Familie Latuske oder Latuski. Die Endung -ski deutet auf eine Ehrung im militärischen Sinne hin. „Unsere“ Latuske verließen um 1884 Fürstenau und gingen nach Magdeburg. Im Jahre 1945, beim Einmarsch der Roten Armee in Fürstenau kam es zu einer fürchterlichen Tragödie, an welche noch heute ein Stein mit der Aufschrift erinnert:
An diesem Ort ruhen Hedwig Laus geb. Latuske und ihre drei Kinder Alfred, Helmut und NN und Paul Jamrosche und sein Kind. Sie wurden von einem Rotarmisten erschossen. Ein Soldat der Roten Armee im Jahr 1945. Książęca Wieś, August 2015.

Monfort, Montfort

Der Name Monfort heißt übersetzt aus dem Französischen: Meine Kraft, Meine Stärke, Meine Burg. Er weist also auf eine Wesensart oder einen Leitspruch hin. André de Monfort, Gouverneur von Nizza, wählte als Leitspruch seines Wappens:
Il me faut tenire mon fort – Ich muß mein Stärke/Burg halten. Später wurde der Name teilweise umgeschrieben in: Montfort – Bergfeste.
Die älteste bisher gefundene Quelle des Namens ist ein Amaury I. de Monfort, Graf im Hennegau und von Monfort. Er gilt als der Begründer des Hauses Amaury de Montfort.
Eine andere Linie entstand um 945 mit Richard Turstain Montfort auf Montfort sur Risle in der Normandie. Möglicherweise ging aus dieser Familie der folgende Zweig hervor um 1020 mit Raoul de Monfort auf Monfort sur Meu bei Rennes.
Hugo I. von Bregenz und Montfort gründete um 1190 einen Stamm bei Feldkirch. Bis heute existiert ein Schloß dieser Familie Montfort in Langenargen am Bodensee.
Ein weiterer Stamm ging aus dem Grafengeschlecht der Ternier am Genfer See hervor: Monfort oder Montfort, Vögte und Gerichtsvollzieher von Genf, Savoyen und Faucigny.
Während Calvin-Cauvin in Genf „einzog“ wurde die Familie Montfort vertrieben und zog sich nach Bonneville, Sallanches und Passy zurück.
„Die Genfer Theokratie galt für lange Zeit als Musterbeispiel eines christlichen Staates“. Zitat: H. Diener-Wyss, Johannes Calvin, Evangelische Fernbibliothek (Hrsg.) 2007
Weiterhin war das vorherrschende Berufsbild der Montforts das der Advokaten und Chatelains. Mit der französischen Revolution wurden die Montfort Bauern, Gerber, Zimmerleute und Hofbesitzer.
1904 wird Emil Kiehl seine Frau Adélaïde Mélina Montfort in Genf heiraten.

Richtig, Richty, Riktig, Richter

Der Name Richtig leitet sich von einer Berufsbezeichnung ab: dem Dorfrichter. Die älteste Aufzeichnung findet sich um 1527 mit einem Prímož (Primus) Richtich, „ich richt“, der als Dorfrichter in Kärnten fungierte. Mit Miha Richtig bürgert sich dann diese Schreibweise um 1610 ein. Die Äste der Richtig´s zweigen sich von Kärten aus nach Wien und Böhmen, weiter nach Schweden, Finnland und Lettland, wo 1771 ein Johann Wilhelm Richtig vom jüdischen Glauben zum christlichen Glauben konvertieren wird. Viele Richtig wanderten um 1850 nach Amerika aus, wo bis heute ein großer Familienverband lebt.
Ein kleiner Zweig findet seinen Platz in Gandersheim um 1690 und weiter in Wollershausen bis zum heutigen Tage.

Rosencrantz, Rosencranz, Rosenkrantz, Rosenkranz

Der Name Rosencrantz, geschichtlich Rosenkrands, geht auf ein dänisches Adelsgeschlecht zurück, welches mit Niels Iversen, verstorben vor 1355, auf Hevringsholm begann. Diese Familie war eng mit dem dänischen Königshaus verbunden und folgte diesem vermutlich nach Torgau. Dort tritt um 1480 ein Otto Rosenkrantz als Schmid auf, welcher mit eine Margarethe Fabian I. Rosenkrantz zeugte, der wieder 1510 in Torgau geboren wurde. Deren Nachfahren studierten um 1600 in Leipzig und waren Ratsherren und Richter zu Torgau.
Um 1630, nach dem 30-jährigen Krieg wird ein Hans Rosencrantz in Kleinebersdorf ansässig. Sein Sohn Nicol, eine Abkürzung für Nicolaus, der Kosename ist Nils, begründet jene Linie, in welcher um 1750 Heinrich Georg Rosencrantz in Gandersheim Catharina Heise heiraten wird. Seine Urenkelin ehelichte hier einen Richtig.

Scharinger, Schäringer, Schärdinger, Scherdinger

Der Name Scharinger läßt sich zurückführen auf die Ortsbezeichung: Schärding, Scherding am Inn. Es gibt die Erklärung der „Scheren im Fluss Inn“, welche umschifft werden mussten an jener Stelle. Der älteste erwähnte Heinrich Scherdinger war Chorherr zu Kloster Neuburg und Pfarrer zu Heiligenstadt, heute ein Ortsteil von Wien. 1485 wird ein Paul Schärdinger, Krämer, als Besitzer des „Heilig Geist Eckhauses“ am Marienplatz in München erwähnt. Ein Wolf Schärdinger, Zimmermeister und Besitzer zweier Türme an der Bürgerwehre des Mönchsberges zu Salzburg, wird hier um 1511 erwähnt. Von ihm stammen vermutlich die Schärdinger bei Willingerdorf, Münzkirchen in Österreich ab. Von dort aus verzweigte sich diese Familie Mitte des 17. Jahrhunderts nach Wenzelsreuth „Neuwelt oder Neue Welt“, Breitenberg in Bayern, wo sie als Maurermeister über 5 Generationen zahlreiche Höfe, welche bis heute stehen, im Auftrag erbauten. Bis heute sind in dieser Gegend Scharinger ansässig.

Weil, Weyl, Levy

Der Familienname Weil leitet sich von der Ortsbezeichnung hier „Weil der Stadt“ ab. Rabbi Yehuda, Nachkomme des RaMBaM-Maimonides, wurde vermutlich um 1360 in Valls bei Tarragona, Spanien geboren. Kurt Weill behauptet, dass die Familie 1329 aus Freiburg im Breisgau nach Weil der Stadt kam. Dessen Sohn Jakob Ben Yehuda wurde 1385 in Weil der Stadt geboren, weswegen er den Anhang „von Weil“ trug, wie sein Vater. Sein Enkel Jacob Jequel Landau HaLevy Weil war Rabbi und Präsident des Rabbinatsgerichts zu Landau und Landesrabbiner von Bayern. Er war zwei Mal verheiratet. Seine erste Frau ist namentlich unbekannt, doch laut Ascher Levy, gingen aus dieser Ehe Kinder hervor. Bekannt ist Jonah HaLevi Weil, Gaon und AB“D – Vorsitzender des Rabbinatsgericht, welcher in Burgau bei Günzburg geboren wurde.
Aus der zweiten Ehe mit Gittel Feibusch in Alsheim bei Worms gingen ebenso mehrere Kinder hervor.
Im jüdischen Museum von Bouxwiller kann man den Hinweis lesen, dass der Familienname Weil, Weyl, Weill oder Wyell auf diesen Stamm zurückgeht.
Melchior Weil lebt um 1570 mit seinen Sohn Melchior „dem Jüngeren“ in Oberbronn, eine kleine Ortschaft bei Bouxwiller.
Ascher Levys Großvater Moshe Ascher Levy ging aus der zweiten Ehe des Jakob Jequel LandauHaLevy Weil hervor. Ascher Levy wurde in Alesheim bei Bingen geboren und starb 1635 in Reichshoffen, zwei Dörfer von Oberbronn entfernt. Er schrieb in seinen Memoiren, dass er häufiger nach Oberbronn laufen mußte, um als Rabbi im dortigen Bethaus zu dienen. Die Familie pflegte zahlreiche familiäre Verbindungen nach Metz.
Für mich liegt also die Vermutung nahe, dass jener Melchior Weil, Sohn aus der 1. Ehe des Jakob Jequel Landau HaLevy Weil, dass dessen Sohn Melchior „der Jüngere“, welcher um 1590 in Oberbronn Schneider und Wirt war, hier seinem Vetter Ascher Levy begegnet sein muß. Sicherlich waren ihnen die verwandtschaftlichen Verbindungen bekannt. Außerdem benannte Melchior „der Jüngere“ Weil, dem Ritus folgend, seinen jüngsten Sohn Jakob nach seinem Großvater.
Die Nachkommen dieses Melchior Weil und seines Bruders Christman Weil waren Küfer/Böttcher in Offwiller, Stadträte zu Mulhausen, Weber und später dann Bauern. Am 2. März 1845 heiratet Catharina Weil den Peter Kiehl zu Mulhausen im Elsass.
Quellen: jewishgen.org, Memoiren des Ascher Levy aus Reichshofen im Elsass-Übersetzung: M. Ginsburger